Spielpädagogische Überlegungen zu digitalen Spielformen

Grundlegende Fragestellungen und Überlegungen zum spielerischen Handeln  leiten über zur Begrifflichkeit von Wahrnehmung und Wirklichkeit als gesellschaftliche Transformation im Spielprozess und der dabei entstehenden Konstruktion von Spiel durch Verknüpfung der individuell entstandenen Lebenswelten. Mit Orientierung an diesen Lebenswelten der Spielenden werden drei Perspektiven aus der Spielpädagogik vorgestellt, deren Kombinationen, abhängig von den jeweiligen Spielsituationen, als Rahmung für den zweiten Teil des Beitrags dienen.
Hier wird die Entwicklung digitaler Spielformen aufgegriffen und vor allem im Hinblick auf neuere Spielformen beleuchtet. So wird am Ende die Schnittstelle zwischen Medium und Spiel in den beiden Positionen "Digitale Medien aus spielpädagogischer Sicht" und "Spiel aus medienpädagogischer Perspektive" deutlich, die einen aktuellen Anwendungsbezug für die pädagogische Praxis formulieren.

 

Leseproben

Für professionell Tätige bietet das Medium "Spiel" vielfältige Möglichkeiten, pädagogische Ziele zu verwirklichen. Nicht immer entstehen durch den Spielprozess jedoch "echte" Lernerfahrungen. Wie müssen spielpädagogische Maßnahmen also beschaffen sein, um Bildung zu ermöglichen? Und welche Rolle spielen hier digitale Medien? Lesen Sie bei Andrea Winter rein!

 

Links mit Zusatzinfos

  • Der Deutsche Bildungsserver ist immer eine gute Quelle für Recherchen, z.B. für Literatur zum Thema Spielpädagogik und Behinderung oder im Bereich Konzepte, Projekte und Angebote zu Medienerziehung & Medienbildung. Weitere spielorientierte Themen bieten die Seiten zu den Schlagworten Spielpädagogik und Spiel oder Spiele und Medien.
  • Die Akademie Remscheid bietet beispielsweise in ihren Fachbereichen Spielpädagogik und Medien/Kommunikation Informationen zu Kooperationspartnern, Netzwerken, Projektideen, etc.
  • Der Spieleratgeber NRW bietet eine Fülle an Informationen rund um neue (Computer-)Spiele und Projekte mit ständig aktualisierten Meldungen, Beurteilungen und Hintergründen zu den Spielen, einem gut gegliederten Service-Bereich und neuen Angeboten und Aktionen.
  • Das in Amsterdam beheimatete Creative Learning Lab zeigt auf seiner Website den eher pädagogischen Umgang mit digitalen Spielen - besonders mit dem Fokus auf spielerisches Lernen.
  • Auf der Seite der Initiative Creative Gaming stehen stets neue Veranstaltungshinweise zu Tagungen, Messen und Spieleevents. Außerdem bietet die Seite viel Input rund um kreative Ideen mit digitalen Spielen.
  • Die Website der Next Level Conference zeigt News und Projekte zu digitalen Spielwelten von wissenschaftlich bis künstlerisch.
  • Die Homepage des Instituts für Computerspiel Spawnpoint beinhaltet, außer Hinweisen auf Veranstaltungen und Projekte, auch eine Rubrik mit Material als Informationsquelle rund um digitales Spielen.
  • Die österreichische Bundesstelle für Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen bietet, außer fundierten Spieleempfehlungen, auch eine Rubrik zu Forschung und Fakten mit Artikeln und Beiträgen aus der Wissenschaft sowie einen Bereich zu Chancen und Risiken. Die Links zu Jugend-Medien-Info und der Tagung Future and Reality of Gaming (F.R.O.G) ermöglichen weiterführende Informationen.
  • Für jeden, der gerne selbst damit anfangen möchte, am Rechner eigene Spielwelten zu erschaffen und Spielkonzepte zu testen, bietet die kostenlose Software Kodu mit ihrer bunten Programmierumgebung die Möglichkeit, einfach digitale Spielinhalte zu realisieren und grundlegende Programmierregeln zu erlernen.


Berufliche Aus-/Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für unterschiedliche Themenschwerpunkte finden Sie beispielsweise auf den folgenden Seiten:

Literatur

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl einiger Literaturangaben rund um das Thema "Spiel(e/n)" und zu einzelnen Spielformen/-bereichen:


Grundlegende Werke zum Thema "Spiel(en)" & "Spielpädagogik"
Flitner, A. (1996): Spielen – Lernen. Praxis und Deutung des Kinderspiels. Piper, München.

Fritz, J. (2004): Das Spiel verstehen. Eine Einführung in Theorie und Bedeutung. Juventa, Weinheim.

Goffman, E. (2009): Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag. Piper, München.

Greving, H. / Niehoff, D. (Hrsg.) (2004): Spiel und spieltherapeutische Methoden. Methoden in der Heilpädagogik und Heilerziehungspflege. Bildungsverlag Eins, Troisdorf.

Heimlich, U. (2001): Einführung in die Spielpädagogik. Eine Orientierungshilfe für sozial-, schul- und heilpädagogische Arbeitsfelder. Klinkhardt, Bad Heilbrunn.

Huizinga, J. (2006): Homo Ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel. Rowohlt, Reinbeck bei Hamburg.

Mogel, H. (2008): Psychologie des Kinderspiels. Von den frühesten Spielen bis zum Computerspiel. Springer, Heidelberg.

Oerter, R. (1997): Psychologie des Spiels. Ein handlungstheoretischer Ansatz. Beltz, Weinheim.

Renner, M. (2008): Spieltheorie und Spielpraxis. Ein Lehrbuch für pädagogische Berufe. Lambertus, Freiburg im Breisgau.

Schäfer, G. E. (1989): Spielphantasie und Spielumwelt. Spielen, Bilden und Gestalten als Prozesse zwischen Innen und Außen. Juventa, Weinheim.

Schiller, F. v. (2009): Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen. Suhrkamp, Frankfurt am Main.

Wetzel, T. (2005): Geregelte Grenzüberschreitungen. Das Spiel in der ästhetischen Bildung. Kopaed, München.

Winnicott, D. W. (2002): Vom Spiel zur Kreativität. Klett-Cotta, Stuttgart.


Medienpädagogik & Bildschirmspiele
Bockhorst, H. (Hrsg.) (2006): Kinder brauchen Spiel & Kunst. Kopaed, München.

Bohrer, C., Schwarz-Boenneke, B. (Hrsg.) (2009): Identität und virtuelle Beziehungen im Computerspiel. Kopaed, München.

Fromme, J., Meder, N. (Hrsg.) (2001): Bildung und Computerspiele. Zum kreativen Umgang mit Bildschirmspielen. Leske und Budrich, Opladen.

Ganguin, S., Hoffmann, B. (Hrsg.) (2010): Digitale Spielkultur. Kopaed, München.

Kaminski, W., Witting, T. (Hrsg.) (2007): Digitale Spielräume. Basiswissen Computer- und Videospiele. Kopaed, München.

Laszig P., Schneider G. (Hrsg.) (2010): Die neuen Medien als Lebensräume. Psychosozial 6 (33), Psychosozial-Verlag, Gießen.

Neitzel, B., Nohr, R. (Hrsg.) (2006): Das Spiel mit dem Medium. Partizipation – Immersion – Interaktion. Schüren, Marburg.

Petko, D. (Hrsg.) (2010): Lernplattformen in Schulen. Ansätze für E-Learning und Blended Learning in Präsenzklassen. VS, Wiesbaden.

Pias, C., Holtorf, C. (Hrsg.) (2007): Escape! Computerspiele als Kulturtechnik. Böhlau, Köln u.a.

Quandt, T. (Hrsg.) (2008): Die Computerspieler. Studien zur Nutzung von Computergames. VS, Wiesbaden.

Geocaching
Gründel, M. (2009): Geocaching. Conrad Stein, Welver.

Kummer, R. (2010): Karte – Kompass – GPS. Conrad Stein, Welver.

Sadewasser, T. (2008): Geocaching Abenteuer. Suchen und Verstecken mit GPS-Unterstützung. Books on Demand, Norderstedt


Erlebnis- & Abenteuerpädagogik / City Bound / Geländespiele
Amann, M. (2005): Go. Stop. Act! Die Kunst des kreativen Straßenprotests. Geschichten – Aktionen – Ideen. Trotzdem, Grafenau/Frankfurt am Main.

Burg, D. (2001): Quer durch. Erlebnispädagogik in Schule und Freizeit. Rex, Stuttgart.

Crowther, C. (2005): City Bound. Erlebnispädagogische Aktivitäten in der Stadt. Ernst Reinhardt Verlag, München.

Deubzer, B., Feige, K. (2004): Praxihandbuch City Bound. Erlebnisorientiertes soziales Lernen in der Stadt. ZIEL, Augsburg.

Gilsdorf, R. (2000): Kooperative Abenteuerspiele. Praxishilfe für Schule, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung, Band 2. Kallmeyer, Seelze-Velber.

Gilsdorf, R. (1995): Kooperative Abenteuerspiele. Praxishilfe für Schule, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung, Band 1. Kallmeyer, Seelze-Velber.

Gilsdorf, R., Volkert, K. (Hrsg.) (2004): Abenteuer Schule. ZIEL, Augsburg.

Heckmair, B., Michl, W. (2008): Erleben und Lernen. Einführung in die Erlebnispädagogik. Ernst Reinhardt Verlag, München.

Kaderli, M. (2007): Geländespiele. Spielprojekte für Stadt, Wald und Wiese. Rex, Stuttgart.

Kölsch, H., Wagner, F.-J. (2004): Erlebnispädagogik in der Natur. Ernst Reinhardt Verlag, München.

Reiners, A. (2007): Praktische Erlebnispädagogik 1. Bewährte Sammlung motivierender Interaktionsspiele. ZIEL, Augsburg.

Reiners, A. (2007): Praktische Erlebnispädagogik 2. Neue Sammlung handlungsorientierter Übungen. ZIEL, Augsburg.

Schild, S. (2008): Neue Geländespiele. 21 Ideen für die Praxis. Aussaat, Neukirchen-Vluyn.

Sonntag, C. (2005): Abenteuer Spiel. Handbuch zur Anleitung kooperativer Abenteuerspiele. ZIEL, Augsburg.

Interaktionspädagogik
Gudjons, H. (2003): Spielbuch Interaktionserziehung. 185 Spiele und Übungen zum Gruppentraining in Schule, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung. Klinkhardt, Bad Heilbrunn.

Heimlich, R. (1988): Soziales und emotionales Lernen in der Schule. Ein Beitrag zum Arbeiten mit Interaktionsspielen. Juventa, Weinheim.

Kliebisch, U. W. (1997): Entspannung – Konzentration: Interaktionsspiele mit Jugendlichen. Schneider Hohengehren, Baltmannsweiler.

Kliebisch, U. W. (1995): Kommunikation und Selbstsicherheit. Interaktionsspiele für Schule, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung. Verlag an der Ruhr, Mülheim an der Ruhr.

(Live) Rollenspiele / Pervasive Games
Dombrowski, K. (Hrsg.) (2011): LARP: Über den Tellerrand. Aufsatzsammlung zum Mittelpunkt 2010. Zauberfeder Verlag, Braunschweig.

Dombrowski, K. (Hrsg.) (2010): LARP: Einblicke. Aufsatzsammlung zum Mittelpunkt 2010. Zauberfeder Verlag, Braunschweig.

Dombrowski, K. (Hrsg.) (2009): LARP: Hinter den Kulissen. Aufsatzsammlung zum Mittelpunkt 2010. Zauberfeder Verlag, Braunschweig.

Freudenreich, D. (1981): Rollenspiel. Rollenspiellernen für Kinder und Erzieher in Kindergärten, Vorklassen und ersten Schuljahren. Schroedel, Hannover.

Haase, S. (2008): Soziale Kompetenz durch Fantasy-Rollenspiele: Softskills bei Jugendlichen spielend fördern. VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken.

Janus, U., Janus, L. (Hrsg.) (2007): Abenteuer in anderen Welten. Fantasy-Rollenspiele: Geschichte, Bedeutung, Möglichkeiten. Psychosozial-Verlag, Gießen.

Montola, M., Stenros, J., Waern, A. (2009): Pervasive Games: Theory and Design. Experiences on the Boundary between Life and Play. Morgan Kaufmann Publishers, Burlington.

Münter, F. (2010): Rollenspiele als Methode zum Erwerb sozialer Kompetenzen in der Sozialen Arbeit. Grin, München.

Schaller, R. (2006): Das große Rollenspiel-Buch. Grundtechniken, Anwendungsformen, Praxisbeispiele. Beltz, Weinheim.

van Ments, M. (1991): Rollenspiel: effektiv: Ein Leitfaden für Lehrer, Erzieher, Ausbilder und Gruppenleiter. Ehrenwirth, München.


Jeux Dramatique / Improvisation / Theaterpädagogik
Bidlo, T. (2006): Theaterpädagogik. Einführung. Oldib, Essen.

Dörger, D., Nickel, H. W. (2008): Improvisationstheater. Das Publikum als Autor. Schibri, Berlin.

Frei, H. (1984): Ausdrucksspiel aus dem Erleben 1. Arbeitsgemeinschaft Jeux Dramatique. Einführung - Methodik - Arbeitsblätter. Zytglogge. Bern.

Frei, H. (1990): Jeux Dramatique mit Kindern 2. Ausdrucksspiel aus dem Erleben. Aufbaustrukturen - Arbeitsblätter - Spielideen. Zytglogge, Bern.

Masemann, S., Messer, B. (2009): Improvisation und Storytelling in Training und Unterricht. Beltz, Weinheim.

Plath, M. (2009): Biografisches Theater in der Schule. Mit Jugendlichen inszenieren: Darstellendes Spiel in der Sekundarstufe. Beltz, Weinheim.

Plath, M. (2010): "Spielend" unterrichten und Kommunikation gestalten. Warum jeder Lehrer ein Schauspieler ist. Beltz, Weinheim.

Vlcek, R. (2003): Workshop Improvisationstheater. Übungs- und Spielesammlung für Theaterarbeit, Ausdrucksfindung und Gruppendynamik. Auer, Donauwörth.

Weintz, J. (1998): Theaterpädagogik und Schauspielkunst. Ästhetische und psychosoziale Erfahrung durch Rollenarbeit. AFRA, Butzbach-Griedel.


Kreativ Lehren und Lernen / Kulturpädagogik
Ellinger, S., Braune-Krickau, T. (Hrsg.) (in Druck, 2011): Kreativer Unterricht in der Schule. Kulturpädagogik für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Schneider Hohengehren, Baltmannsweiler.

Ellinger, S. (Hrsg.) (2009): Kreatives Lehren und Lernen an der Förderschule. Schneider Hohengehren, Baltmannsweiler.

 

Die Autorin

Andrea Winter M.A.
Kunstpädagogin mit umweltpädagogischer Weiterbildung (Schwerpunkte Erlebnispädagogik, Natur und Kunst), Weiterbildung im Bereich Rollenspiele, ausgebildete Verlagskauffrau. Dozentin am Institut für Sonderpädagogik der Universität Frankfurt in den Modulen Kreatives Lehren und Lernen und Neue Medien. Lehrbeauftragte am Institut für Sonderpädagogik der Universität Würzburg. Lehrkraft für Kunst in der Realschule und Gymnasialstufe einer Privatschule. Des Weiteren dort Lehrerin für Arbeitslehre und Wahlunterricht in den Bereichen Live-Rollenspiele und Medienkompetenz.

Arbeits-/Forschungsschwerpunkte
Pädagogische Förderpotentiale (medialer) Abenteuer- und Live-Rollenspiele, Körperbild und Selbstkonzept in (urbanen) Spielwelten, Kreatives Lehren und Lernen in Mixed Reality Spiel-/Lernräume.

Kontakt
schnittstellen@andreawinter.de